KI-Hinweis-Muster: Art.-50-konforme Formulierungen zum Kopieren
Was macht einen guten KI-Hinweis aus?
Art. 50 EU AI Act schreibt keinen Wortlaut vor, aber klare Anforderungen: Die Information muss klar und erkennbar sein, spätestens bei der ersten Interaktion bzw. am Inhalt selbst erfolgen und barrierefrei zugänglich sein. Den Anforderungen des Art. 50 entspricht ein Hinweis also, wenn ihn eine durchschnittliche Person ohne Suchen findet und sofort versteht.
Vier Qualitätsmerkmale haben sich bewährt:
- Ausdrücklich: „KI" oder „Künstliche Intelligenz" nennen — keine Umschreibungen wie „smarter Assistent".
- Am richtigen Ort: im Chat-Widget, an der Bildunterschrift, am Artikelkopf — nicht nur im Impressum. Warum, erklärt der Ratgeber KI-Hinweis im Impressum.
- Konkret: sagen, worauf sich der Hinweis bezieht (dieses Bild, dieser Text, dieser Chat).
- Zugänglich: als echter Text, lesbar auf mobilen Geräten und für Screenreader.
Beachten Sie außerdem den Unterschied zwischen Pflicht und Kür: Nicht jedes der folgenden Muster ist in jedem Fall rechtlich vorgeschrieben. KI-Texte etwa sind nur offenzulegen, wenn sie die Öffentlichkeit über Angelegenheiten öffentlichen Interesses informieren und keine redaktionelle Kontrolle greift. Viele Unternehmen kennzeichnen trotzdem freiwillig — als Vertrauenssignal gegenüber Kunden. Welche Pflicht wann greift, erklärt der Ratgeber Wer muss KI-Inhalte kennzeichnen?
Muster für die Website: Footer, Blog und Produktseiten
Für die Website gilt: Der Pflichthinweis sitzt am Inhalt, ein Footer-Hinweis liefert den freiwilligen Überblick. Kombinieren Sie beide Ebenen.
Wir setzen auf dieser Website Künstliche Intelligenz ein. KI-erzeugte Inhalte und KI-Systeme sind jeweils direkt gekennzeichnet.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz erstellt und von unserer Redaktion geprüft. Verantwortlich: [Name].
Bild mit Künstlicher Intelligenz erzeugt.
Muster für Onlineshops und Produktbilder
Im Shop tauchen KI-Inhalte an zwei Stellen auf: bei Produktbildern und bei generierten Beschreibungstexten. Kennzeichnen Sie KI-Bilder an der Produktdarstellung — besonders wichtig, wenn das Bild das Produkt nur darstellt, aber kein Foto ist, damit keine Irreführung entsteht.
Der zweite Punkt ist im Shop besonders heikel: Neben dem AI Act spielt hier das Wettbewerbsrecht hinein. Ein KI-Bild, das ein Produkt schöner oder anders zeigt, als es geliefert wird, kann als irreführende Werbung angreifbar sein — ganz unabhängig von der Kennzeichnungspflicht. Die Kombination aus KI-Kennzeichnung und einem klaren Abweichungshinweis löst beide Probleme auf einmal.
Produktdarstellung mit KI erzeugt. Das gelieferte Produkt kann im Detail abweichen.
Diese Produktbeschreibung wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von uns inhaltlich geprüft.
Muster für Social Media, Newsletter und Kundenservice
Auf Social-Media-Plattformen ergänzt Ihr eigener Hinweis die plattformeigenen KI-Labels — verlassen Sie sich nicht allein auf die Plattform. Im Kundenservice gehört der Hinweis an den Beginn der Interaktion; Details dazu im Ratgeber Chatbot kennzeichnen.
Hinweis: Das Bild/Video in diesem Beitrag wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt. #KIgeneriert
Dieser Newsletter wurde teilweise mit KI-Unterstützung erstellt und vor dem Versand von [Name/Team] geprüft.
Hinweis: Sie chatten mit einem KI-Assistenten von [Firma]. Wenn Sie mit einem Menschen sprechen möchten, erreichen Sie unser Team über [Kontaktweg].
Welche Formulierungen sollten Sie vermeiden?
Vermeiden Sie alles, was den KI-Einsatz verschleiert, relativiert oder versteckt. Ein Hinweis, den niemand findet oder versteht, erfüllt seinen Zweck nicht — und kann im Streitfall sogar gegen Sie sprechen, weil er den Eindruck bewusster Verschleierung erweckt.
| Vermeiden | Warum problematisch | Besser |
|---|---|---|
| „Ihr digitaler Berater Max hilft Ihnen" | Menschlich klingender Name ohne KI-Nennung verschleiert die Interaktion | „Max, unser KI-Assistent, hilft Ihnen" |
| „Mit modernster Technologie erstellt" | Vage Umschreibung — „KI" wird nicht genannt | „Mit Künstlicher Intelligenz erstellt" |
| Hinweis nur in AGB oder Impressum | Nicht am Ort der Interaktion, nicht „klar und erkennbar" | Hinweis direkt am Widget bzw. Inhalt |
| „Kann KI-generierte Elemente enthalten" | Pauschal und unverbindlich — sagt nichts über den konkreten Inhalt | Konkrete Kennzeichnung der tatsächlich betroffenen Inhalte |
Wie passen Sie die Muster an Ihr Unternehmen an?
Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Angaben, wählen Sie pro Einsatzort genau ein Muster und passen Sie den Ton an Ihre Marke an — der Kern („KI", Bezugsobjekt, ggf. verantwortliche Person) muss dabei erhalten bleiben. Prüfen Sie anschließend, ob der Hinweis auf allen Geräten sichtbar ist.
- Platzhalter füllen: [Firma], [Name], [Kontaktweg] und [Link] konkret ersetzen — keine Platzhalter live stellen.
- Rolle prüfen: Ob Sie Anbieter oder Betreiber sind, bestimmt den Umfang Ihrer Pflichten — siehe Wer muss KI-Inhalte kennzeichnen?
- Ausnahmen dokumentieren: Verzichten Sie auf einen Hinweis (z. B. wegen redaktioneller Kontrolle), halten Sie die Begründung schriftlich fest.
- Konsistent bleiben: Gleiche Formulierung für gleiche Fälle — das wirkt professionell und erleichtert die Pflege.
Legen Sie die fertigen Formulierungen zentral ab — etwa in Ihrem Styleguide oder CMS als wiederverwendbare Snippets. So verwendet jedes Teammitglied automatisch den geprüften Wortlaut, und bei einer Rechtsänderung müssen Sie nur eine Stelle aktualisieren statt Dutzende Seiten. Wann welche Frist gilt, fasst der Ratgeber Art.-50-Fristen 2026/2027 zusammen.
Muster automatisch generieren statt selbst texten
Statt jedes Muster von Hand anzupassen, können Sie Ihre Hinweistexte auch generieren lassen: Der kostenlose Generator fragt Anwendungsfall, Firmenname und Einsatzkontext ab und erstellt daraus fertige Texte als Klartext oder HTML-Snippet — komplett im Browser, ohne Anmeldung. Ergänzend gibt es das kostenlose „KI-transparent"-Badge für Ihre Website.
Hinweistexte in 2 Minuten generieren
Kostenlos für alle deutschen Hinweistexte. Die Pro-Version (einmalig 29 €) ergänzt White-Label-Texte ohne Namensnennung sowie englische und französische Versionen für internationale Websites.
Häufige Fragen
Darf ich diese Muster einfach kopieren?
Ja, die Muster auf dieser Seite dürfen Sie frei übernehmen und anpassen. Ersetzen Sie die Platzhalter in eckigen Klammern durch Ihre Angaben und prüfen Sie, ob das Muster zu Ihrem konkreten KI-Einsatz passt. Beachten Sie: Die Muster sind keine Rechtsberatung — im Zweifel lassen Sie Ihre Umsetzung anwaltlich prüfen.
Muss der KI-Hinweis eine bestimmte Formulierung haben?
Nein. Art. 50 EU AI Act schreibt keinen Wortlaut vor. Verlangt wird, dass die Information klar und erkennbar erfolgt, spätestens bei der ersten Interaktion bzw. am Inhalt selbst, und barrierefrei zugänglich ist. Entscheidend ist, dass eine durchschnittliche Person den Hinweis versteht — also ausdrücklich von „KI" oder „Künstlicher Intelligenz" sprechen, nicht von vagen Umschreibungen.
Wie lang muss ein KI-Hinweis sein?
Ein bis zwei Sätze reichen in den meisten Fällen. Wichtiger als die Länge ist die Klarheit: Der Hinweis muss erkennen lassen, dass KI im Spiel ist und worauf sich das bezieht. Ein kurzer, gut platzierter Hinweis ist besser als ein langer Absatz im Kleingedruckten.
Brauche ich für jede Inhaltsart einen eigenen Hinweis?
In der Regel ja, denn die Pflichten setzen am jeweiligen Einsatz an: Der Chatbot braucht einen Hinweis im Widget, das KI-Bild eine Kennzeichnung an der Stelle, an der es gezeigt wird, der einschlägige KI-Text eine Offenlegung am Artikel. Ein zentraler Sammelhinweis ersetzt diese punktuellen Hinweise nicht, kann sie aber sinnvoll ergänzen.
Gibt es die Muster auch auf Englisch und Französisch?
Ja. Die Pro-Version des Generators (einmalig 29 €) erstellt Ihre Hinweistexte zusätzlich auf Englisch und Französisch und bietet eine White-Label-Option ohne Namensnennung des Generators. Der deutsche Generator bleibt komplett kostenlos.